Plastikmüll

Der Ursprung des aus dem Griechischen stammenden Wortes "Plastik" liegt in der Beschreibung für ein Bilden und Formen aus weicher Masse. Ein auf Erdölbasis aus Makromolekülen künstlich hergestellter Werkstoff wird heute mit dem Sammelbegriff Kunststoff oder Plastik bezeichnet. Polymerisation, Polykondensation, Polyaddition führen zur Verknäulung, Verkettung von Grundmolekülen (Kohlenstoffwasserstoffe) zu Makromolekülketten. Drei große Werkstoffgruppen - Thermoplaste, Duroplaste, Elastomere - ermöglichen unser heutiges Leben in Vielfalt und gewohnter Technik: Verpackungen, Bekleidung, Elektro- und Kommunikationsgeräte, Fahrzeuge, Maschinen, Freizeitartikel. Thermoplaste sind die häufigsten Kunststoffe, die wir im Alltag verwenden.
Das Thermoplast Polyethylen (PE) ist der industriell am häufigsten hergestellte Kunststoff. Alltagsgegenstände wie Plastiktüten, Gefrierbeutel, Kabelummantelungen, Flaschen für Reinigungsmittel im Haushalt, Eimer, Wäschekörbe, Getränkekisten, Mülltonnen bestehen in der Regel aus Polyethylen. Sehr beständig verhält sich dieses Material gegenüber Chemikalien, wie Salzlösungen; Laugen und den meisten organischen Säuren. Wenn das Material zu einer sehr dünnen Folie verarbeitet wird, ist es völlig durchsichtig und wird daher für flexible Verpackungen besonders häufig und gerne verwendet. Die Dichte des Polyethylens beträgt etwa 0,9 g/cm³, dadurch schwimmt es im und auf dem Wasser.
Die Vielfalt bezüglich des chemischen Aufbaus, der Eigenschaften, Bauformen und Verwendungsarten fordert unterschiedliche Strategien zum Entsorgen von Kunststoff, wenn er seine zugeordnete Funktion erfüllt hat. Dies kann nach kürzestem Gebrauch einer Plastiktüte und nach zehnjähriger Nutzung als Armaturenbrett der Fall sein. Im Idealfall leiten strukturierte Entsorgungsketten das ausgediente Kunststoffmaterial über Recycling oder thermische Verwertung einer neuen Nutzung zu. Doch weltweit ist überall, in Städten, an Landstraßen, auf Bahnhöfen, in der Landschaft, an Stränden, im Meer zu sehen, dass der Mensch eine ungeordnete, individuelle Plastikmüllentsorgung bevorzugt, wie es offensichtlich in seiner Natur steckt. Seit Jahrtausenden werfen wir Menschen unseren Müll in die freie Natur und ins Meer. Da früher der Müll zumeist aus biologisch abbaubaren Substanzen bestand, war das kein Problem. Erst durch die bis zum natürlichen Abbau etwa 450 Jahre benötigenden Plastikteile und den Einzug seiner Mikropartikel in die Nahrungskette wird das menschliche Verhalten des "Ex und Hopp" zu verantwortungsvollem Handeln.
(Text in Anlehnung an "Alltagsobjekt Plastiktüte" von Ida-Marie Corell, Springer-Verlag: Wien New York, 2011)

Verpackung und Transport gehören auf der ganzen Welt zum Versorgungs- und Wirtschaftssystem des Menschen. Plastiktüten erleichtern spontane Einkäufe. Sie gehören weltweit zum Straßenbild in Händen von Menschen und als Müll auf Pflaster, in Ecken, Gewässern, Bäumen, überall.

Plastik in Form von Folien und Tüten als frei herumfliegender Müll hat fatale Folgen für Land, Gewässer und eben auch Städte:

Plastiktüten werden von Wiederkäuern gefressen. Die Tiere sterben elendig.
Plastiktüten behindern auf Garten- und Landwirtschaftsflächen das Pflanzenwachstum. Regen kommt nicht an die Wurzeln und Sprösslinge nicht durch die Sperrschicht der Folien aus der Erde.
Plastiktüten verunstalten gemeinsam mit anderem Müll das Stadtbild.





Filme von und mit Laye Mansa über die Plastikvermüllung (bitte anklicken für Download oder Abspielen):
Laye Mansa: Das Meer ist kein Abfall (FLV, Flashvideo)
Laye Mansa: Plastik (FLV, Flashvideo)


Abbildungen: Ziegen im Müll: Fotolia_21859721_S Ziege im Müll.jpg. Kühe: © Dagmar Krutoff.
Filme: © Laye Mansa.

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